■ 6. August 2026 – 20. September 2026

KUNST GEGEN RECHTS

Ausstellung

Eintritt frei

KUNST GEGEN RECHTS
Kuratiert von Anne Mundo und Dirk Teschner

Künstler:innen
Ulf Aminde, Talya Feldman, Moritz Frei, Noa Gur, Thomas Judisch, Lukas Liese, Eric Meier, Alex Müller, Anne Mundo, Cornelia Renz, Finja Sander, Sonya Schönberger, Silke Silkeborg, Moritz Stumm, Raul Walch, Ina Wudtke


Zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch, dem 5. August, 19 Uhr
laden wir Sie herzlich ein.
Begrüßung: Kerstin Ottersberg, Projektraum Alte Feuerwache
Einführung: Carsten Probst, Kunsttheoretiker und Kritiker
Performance: Finja Sander


Die erste Ausstellung der Reihe KUNST GEGEN RECHTS fand 2017 vor den Bundestagswahlen in den Berliner Uferhallen statt. Das erste Mal seit 1960 zog eine rechtsradikale Partei ins deutsche Parlament ein.
Die aktuelle Ausstellung KUNST GEGEN RECHTS findet kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern statt. Es besteht die akute Gefahr, dass die demokratischen Parteien nicht in der Lage sein werden, die nächste Regierung zu bilden.

Auch in Berlin gewinnen antidemokratische Kräfte immer mehr an Zuspruch. Im Jahr 2025 verzeichneten die Berliner Register (bezirkliche Dokumentations- und Recherchestellen) mit 8.286 extrem rechter und diskriminierender Vorfälle einen neuen Höchststand. Die Anzahl rechtsradikaler, rassistischer, antisemitischer und queerfeindlicher Übergriffe steigt aktuell in allen Teilen des Landes stetig an. Diese Entwicklungen begannen sich schon vor Jahren abzuzeichnen. Nach der Wiedervereinigung vom 3. Oktober 1990 kam es zu rassistischen Ausschreitungen und Mordanschlägen in Rostock, Mannheim, Hoyerswerda, Mölln und Solingen. Es folgten zehn Morde der Terrorserie des NSU sowie die jüngsten tödlichen Anschläge in Halle, Hanau und Solingen. Die wiederkehrende Gesinnung sieht man nun deutlich an den Wahlurnen.

Doch Deutschland ist eine postmigrantische Gesellschaft der Vielen. Künstler:innen und Kultureinrichtungen positionieren sich als Akteure einer gesellschaftlich-demokratischen Vision für die Kunst der Vielfalt, gegen eine rechtsradikale Politik und Einflussnahme.

Kunst macht da nicht mit!
Kunst schlägt Alarm!
Kunst schlägt dazwischen!

Wir stehen für eine gemeinschaftliche und solidarisierende Antwort aus der Kunst- und Kulturszene. Wir rufen dazu auf, der rechten Normalisierung in Deutschland und Europa etwas entgegenzusetzen.

KUNST GEGEN RECHTS ist ein Freiraum diskursiver Auseinandersetzung und gibt den Künstler:innen die Möglichkeit, ihre Positionen öffentlich zu präsentieren. Nach 12 Ausstellungen in Projekträumen und bei Kunstvereinen in verschiedenen deutschen Städten und in Wien findet die Reihe zum ersten Mal in einer kommunalen Galerie statt.


Begleitprogramm

Mittwoch, 26. August, 19 Uhr | Studiobühne
Filmvorführung OTHER TONGUE
Noa Gur

„Other Tongue“ ist ein Film aus dem Jahr 2024. Er inszeniert politische Debatten, Propagandanetzwerke und Verschwörungserzählungen, die sich auf Social-Media-Plattformen wie X und Instagram abspielen. Noa Gur entwickelte KI-gestützte Bots und platzierte sie auf verschiedenen Plattformen; später sammelte sie Auszüge aus deren Konversationen und verwandelte diese in ein absurdes Theaterstück, das von menschlichen Schauspielern aufgeführt und auf Video dokumentiert wurde.


Mittwoch, 2. September, 18 Uhr
TALK mit Anne Mundo und Alexander Karschnia
- die Geschwister Hirschmann -

„Die Entwurzelten, lo Sradicato, the uprooted – in Gedenken an Ursula Hirschmann“
So betitelt Anne Mundo eine großformatige Tusche-Zeichnung, die sie nach einer Residenz auf der Insel Ventotene in Erinnerung an Ursula Hirschmann (* 2. September 1913, Berlin † 8. Januar 1991, Rom) für die Ausstellung angefertigt hat.
Hirschmann war eine Antifaschistin und Vorkämpferin für die Idee der europäischen Einigung. Nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten wirkte sie an der Verbreitung vom Manifest von Ventotene mit und gründete 1975 in Brüssel die Femmes pour l’Europe.

Alexander Karschnia
Theatermacher und Autor, Kurator und Gelegenheitsdramaturg. Mitbegründer von andcompany&Co., in der er als Ko-Regisseur und Performer mitwirkt.
Alexander Karschnia ist im Kuratorium der Stiftung Kommunikationsaufbau tätig und hat den »VOICE Albert O. Hirschman Preis für Einmischung, Widerspruch und Erneuerung demokratischer Kultur« mit ins Leben gerufen.
 Karschnia gab im Christoph Links Verlag (Aufbau Verlag) Hirschmanns Klassiker Exit, Voice & Loyalty neu heraus.



Mittwoch, 9. September, 19 Uhr
BLACK LIVES AUDIO TRIPTYCH
Ina Wudtke und Kofie Boachie im Gespräch

Die Künstlerin Ina Wudtke spricht mit Kofie Boachie über BLACK LIVES von der Weimarer Republik bis heute. Kofie Boachie aka Kofie da Vibe ist Tänzer und Aktivist und spricht in Ina Wudtkes Installation die Rolle von Hilarius Gilges, der in der Weimarer Republik Teil der antifaschistischen Agitproptruppe Nordwest-Ran in Düsseldorf war. Die Installation BLACK LIVES AUDIO TRIPTYCH legt Spuren der Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland frei und erinnert multidirektional an vergangene sowie gegenwärtige antirassistische Kämpfe.


Sonntag, 20. September, 16 Uhr
FINISSAGE
Die Kurator:innen werden gemeinsam mit einzelnen Künstler:innen durch die Ausstellung führen.

17:30 Uhr Performance von Shin Hyo Jin und Otto Oscar Hernández Ruiz

Shin Hyo Jin und Otto Oscar Hernández Ruiz verbinden sich interdisziplinär zu einer Raum-Klang-Performance, die assoziativ an zeremonielle Begehungen erinnert – Rituale von narrativem Zusammenkommen und einer gemeinsam erlebten Katharsis.


Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und Fonds Ausstellungsvergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler.