7. Februar – 21. März

CHRISTIANE SCHLOSSER, ZEICHNUNGEN (HOKKAIDO)

Eintritt frei

Ausstellungsansicht "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014 | Foto: Eric Tschernow
Ausstellungsansicht "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014 | Foto: Eric Tschernow
Hokkaido, Tusche auf Papier (1 Blatt von 120)
Hokkaido, Tusche auf Papier (1 Blatt von 120)
Ausstellungsansicht "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014 | Foto: Eric Tschernow
Ausstellungsansicht "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014 | Foto: Eric Tschernow
Die Biografie-Expertin und Antiquarin Katinka Krause liest aus dem Buch von D. Peters, bei der Ausstellung "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014
Die Biografie-Expertin und Antiquarin Katinka Krause liest aus dem Buch von D. Peters, bei der Ausstellung "Hokkaido" von Christiane Schlosser, 2014

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 6. Februar 2014, 19 Uhr
Begrüßung: Jana Borkamp, Bezirksstadträtin für Kultur und Weiterbildung
Einführende Worte: Dr. Birgit Möckel, Kunsthistorikerin


In der Reihe von mir aus stellt der projektraum seit 2004 Positionen von Künstlerinnen des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg vor.

„Ich beginne an der linken oberen Ecke und ende an der rechten unteren, wie beim Schreiben. Die Gleichgültigkeit / Gleichwertigkeit von oben, unten, vorne, hinten, rechts und links auf der Fläche ist für mich sinnbildlich für Leben und Denken.“

Christiane Schlosser zeigt in der Ausstellung kleine und großformatige Zeichnungen (Bleistift, Buntstift, Tusche auf Papier) und eine eigens für die Ausstellung angefertigte dreiteilige Wandarbeit, die jeweils aus 40 Blättern besteht.
Ausgehend von Motiven und Gegenständen, die für Christiane Schlosser früher Anlass für Malerei waren, hat sie vor etwa 20 Jahren begonnen, die Bilder in Form und Farbe auf das zu reduzieren, was ihr wesentlich und notwendig erschien. Dabei stellte sie fest, dass durch die Reduktion für sie neue Frei- und Denkräume entstehen. Schließlich ist die Linie der Grund und Gegenstand ihrer Arbeit geworden. Mit ihr überquert sie die Fläche, sie dient zum Sichtbarmachen von Zeit und Prozesshaftigkeit.

Auszug aus der Rede von Dr. Birgit Möckel:
... Ob „linksrum / rechtsrum“ oder umgekehrt, ob mit „einer“, „zwei“ oder „unzähligen Entscheidungen pro Zeile“: konsequent wird jede neue Idee bis zur rechten unteren Ecke fortgeführt.
Erst dann ist greifbar, was als Idee am Anfang stand. Erst dann zeigt sich die Poesie, die Sprödigkeit, Zartheit, Lebendigkeit und Kraft, die einem Gedanken innewohnt, der einen nicht mehr los lässt, bis man ihn zu Ende gedacht und gezeichnet hat. Zeichnen ist Denken. Direkt, kompromisslos führt die Idee die Hand und setzt den Strich, formuliert die Linie: seismographisch, energetisch, locker, präzise, ausdauernd - über ein kleines Blatt bis hin zu Formaten von 2 Meter Breite – ohne oder mit Unterbrechungen. Jede Lücke ist eine Entscheidung. Einmal pro Zeile, zweimal pro Zeile? In welchem Abständen? Wann?
Jedes lineare System führt zu neuen Anknüpfungspunkten und neuen Ansichten, zu Miteinander von Linie und Fläche, von Davor und Dahinter. Zwischen jeder bewegten Spur entwickeln sich Zwischenräume. Jede Unterbrechung der Linie führt den Blick auf den Grund und zurück auf die farbige Tusche oder feine Graphitspur, als ausdauernde Fährte: Zeile um Zeile, Strich um Strich. Seien es horizontale, kreisförmige oder gittergleiche Lineaturen und Kürzel: immer öffnen sie Raum, wahren entschieden Freiräume und lassen der Linie auch in einem vermeintlich strengen Raster „ihren Lauf“, insbesondere an „Kreuzungen“ oder gedanklichen „Schnittstellen“ einer lebendigen Netzstruktur ...


Veranstaltungen:

Samstag, 22. Februar 2014, 16 Uhr
Ausstellungsrundgang mit Christiane Schlosser

Donnerstag, 6. März 2014, 20 Uhr
Lesung - Sarah Diehl: Eskimo Limon 9", Atrium Verlag
Eskimo Limon 9 ist ein Culture-Clash der besonderen Art, in dem Sarah Diehl die deutsche Gedenkkultur einem radikalen Praxistest unterzieht, der gleich zwei Vorstellungswelten platzen lässt.

Donnerstag, 13. März 2014, 20 Uhr
„und keiner kriegt mich einfach krumm gebogen ..."
Frauen und Frauenleben in Friedrichshain-Kreuzberg
Lesung aus dem gleichnamigen Buch der Autorin Dietlinde Peters

Zum internationalen Frauentag am 8. März Erinnerung an Frauen, die noch heute bekannt oder lange vergessen in Friedrichshain-Kreuzberg gelebt haben. Arbeiterinnen und Ärztinnen, Künstlerinnen und Politikerinnen: Trotz mancher Schwierigkeiten haben diese Frauen sich nicht "krumm biegen lassen" und versucht, für sich und andere ein selbstbestimmtes Leben zu erkämpfen.